Güllepumpi Frenkendorf

                                                                          Würklich no e Gugge !

 10.02.2016

http://www.volksstimme.ch/2016/02/frenkendörfer-guggenmusik-güllepumpi-wird-70.html  www.volksstimme.ch 

Frenkendorf/Sissach  |  Güllepumpi feiert ihr 70-Jahr-Jubiläum

Mit 70 Jahren auf dem Buckel, ist die Frenkendörfer Guggemuusig Güllepumpi eine der ältesten in der Schweiz. Seit vielen Jahren nimmt die Gugge am Sissacher Fasnachtsumzug teil – sehr zur Freude von FGS-«Preesi» Fabio  Fedriga.

Heiner Oberer

Redet man mit Daniel Buser, Major der Frenkendörfer Guggemuusig Gül-lepumpi, spürt man förmlich seine Fasnachtsbegeisterung. Seit 17 Jah-ren tut der 33-Jährige bei der vor 70 Jahren gegründeten Güllepumpi mit. Schon als kleiner Bub spähte er durch die Ritzen im «Dröschschopf»

in Frenkendorf, wo der Güllepumpi-Fasnachtswagen gebaut wurde. «Al-les war super geheim. Niemand be-kam den Wagen vor der Fasnacht zu Gesicht», erinnert sich Buser.

Mit 70 Jahren ist die Güllepumpi eine der ältesten Guggen der Schweiz und die zweitälteste Gruppierung, die am Sissacher Fasnachts-Umzug teil-nimmt – nur die Sissacher Nuggi-Clique ist noch älter. Aber die 28 Frenken-dörfer schränzen nicht nur. Sie nehmen jedes Jahr auch mit einem Wagen an den grossen Umzügen in Sissach und Frenkendorf teil und sind somit eine der wenigen musizierenden Wagen-cliquen, oder andersherum, eine der wenigen orangenwerfenden Gugge-muusigen. Warum die Frenkendörfer nicht in Liestal am Umzug teilneh-men, was ja viel näher liegen würde, hat einen einfachen Grund: «Unser Wagen ist schlicht und einfach zu breit für das Lieschtlemer Döörli.»

Aus den Gründungsakten der Frenkendörfer Gugge geht nicht her-vor, wie die Gründerväter auf den

Namen Güllepumpi gekommen sind. Die eigentliche Gründungsversamm-lung der Fasnachtsgruppe fand im Jahr 1945 im Saal des Kaffee Schmid, heute Kaffee Sommer, statt. Dort wurde Ruedi Plattner einstimmig zum Leiter und zum Schnitzelbank-Schrei- ber bestimmt. Zugleich wurde be-schlossen, dass die Truppe mit Ins-trumenten auftreten und den Namen Güllepumpi tragen soll.

Ein Jahr später war es dann so weit: Am Fasnachtssonntag-Abend, in verschiedenen Kostümen und mit geschminkten Gesichtern, zog die Gül-le pumpi zum ersten Mal durch Fren-kendorf. Am Tag darauf besuchte die

Gugge auf einem Brückenwagen, de-

koriert mit Tannästen und bunten Papierrosen, Muttenz, Pratteln, Fül-linsdorf, Eptingen, Diegten, Zunzgen, Sissach und Lausen. Zurück in Fren-kendorf traten sie abends als Schnit-zelbänkler auf und präsentierten den ersten Güllepumpi-Schnitzelbank. «Seit fünf Jahren ist leider Schluss mit Schnitzelbank-Singen», sagt Buser. Er bedaure das, aber es sei zuneh-mend schwieriger geworden, geeig-nete Leute zu finden.

Kompliment vom FGS-«Preesi» «Ich bin ein Güllenpumper mit Herz-blut», erklärt der Gugge-Major seine Passion. Die Fasnachtsgene habe er wohl von seiner Mutter vererbt be-

kommen. Er könne sich auch noch erinnern, wie er als kleiner Bube von den Fasnachts-Tonfiguren seines Göttis fasziniert war. Sein Götti habe ihm erklärt, dass sich die Figuren be-wegen würden, wenn es auf die Fas-nacht zugehe. Und wahrlich: Am Fas-nachtssonntag sei die tönerne Alte Tante und der Waggis auf dem Kü-chentisch und nicht mehr auf der Stuben-Kommode gestanden. Bei die-sem für ihn mystischen Erlebnis sei wahrscheinlich der Fasnachtsfunken rübergesprungen.

Auch heuer sind die Frenkendör-fer wieder mit einem Gefährt an der Sissacher Fasnacht dabei. Und wie-der stellt sich das Problem, alle 28

Fasnächtler auf dem Wagen unter-zubringen. Aber auch dafür hat die Güllepumpi eine Lösung. Zehn Aktive dürfen während des Umzugs im be-heizten Hüüsli-Wagenaufbau, bei Wein und Raclette Platz nehmen. Nach dem Umzug sind aber wieder alle 28 Mitglieder schränzend und guggend unterwegs.

Am 30. Juli feiert die Frenkendör-fer Waage-Gugge ihr 70-Jahr-Jubi-läum mit einem grossen Fest. Dazu passen die vorgezogenen Glückwün-sche von Fabio Fedriga, «Preesi» der Sissacher Fasnachtsgesellschaft: «Die Güllepumpi ist eine Bereicherung für die Sissacher Fasnacht. Ich hoffe, das bleibt noch lange so.»